Fünf Dinge braucht die Wirtschaft
Wachstum bezog sich in der klassischen Volkswirtschaftslehre auf das 'magische Viereck' eines soliden jährlichen Anstiegs des Bruttoinlandsprodukte (BIP), verbunden mit einem ausgeglichenen Außenhandel, geringer Arbeitslosigkeit und niedriger Inflation. Waren diese vier Faktoren gegeben, dann war ein nahezu idealer Zustand beim wirtschaftlichen Wachstum erreicht.
Seit Meadows und andere im Auftrag des Club of Rome im Jahr 1972 ihre Studie über die 'Grenzen des Wachstums' vorlegten, sind auch jene Limitierungen ins Blickfeld geraten, die inzwischen diese vorherrschende Lehrmeinung um einen fundamentalen Faktor zu einem Fünfeck ergänzt haben: die Begrenztheit aller natürlichen Ressourcen in einer endlichen Welt. Das Fazit des Berichts: "Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht." Seither streiten sich die Ökonomen erbittert über diesen Zeitfaktor und über die Dauer der genannten Prozesse, nicht aber über das Faktum der Endlichkeit vieler natürlicher Ressourcen. Mehr als 30 Jahre nach der Veröffentlichung sind die Voraussagen des Club-of-Rome-Berichts bisher in wesentlichen Bereichen auch eingetroffen.
Folgend aus dem Club-of-Rome-Bericht gibt es inzwischen eine fünfte Komponente der ökonomischen Wachstumstheorie: die 'Nachhaltigkeit', die das volkswirtschaftliche Modell als ein 'qualitatives Wachstum' beschreibt. Auf dieses beziehen sich alle moderneren Ansätze zur Messung der Wachstumsbilanz. Das wirtschaftliche Wachstum soll ohne irreversibel zerstörerische Nutzung natürlicher Ressourcen erfolgen, künftige Generationen sollen die gleichen Zukunftschancen erhalten wie die heutige auch ...